#ta­g2020

Die Zei­tungs­de­bat­te des Spie­gel hat ein vor­läu­fi­ges Ende ge­fun­den, die Mei­nun­gen sind sum­miert; An­sprü­che, Sehn­süch­te und Ide­en ha­ben sich in ei­nem Kon­zept ver­sam­melt: Nach Wo­chen der De­bat­te und vie­len Tex­ten un­ter­schied­li­cher Au­to­ren ist mit »Der Abend« et­was ent­stan­den, das man zwar nicht kau­fen kann, ger­ne aber wür­de. Zu­min­dest ich, denn das ist um Län­gen bes­ser als all das, was ich ak­tu­ell ken­ne. »Der Abend« zeigt, wie eine di­gi­ta­le Ta­ges­zei­tung für Mo­bil­te­le­fo­ne aus­se­hen könn­te.

Was ich an dem ge­sam­ten Vor­gang ganz be­son­ders lie­be, ist die Her­an­ge­hens­wei­se: Fra­gen zu stel­len, statt Ant­wor­ten zu ken­nen; Stim­men zu hö­ren, an­statt per se die lau­tes­te sein zu wol­len – da­für bin ich dem fe­der­füh­ren­den Au­tor Cor­dt Schnib­ben dank­bar. Gleich­zei­tig macht das re­flex­haf­te Tem­po vie­ler Mei­nun­gen ein biss­chen trau­rig, denn ob­wohl das ge­nann­te Kon­zept tat­säch­li­ch kon­kret ist, bleibt scha­de, dass sich die Kri­tik viel zu oft am All­zu­prak­ti­schen fest­macht und so an der Ober­flä­che ver­harrt. Ich mag den Off-Text des Vor­schalt­vi­deos zum Kon­zept und hal­te ihn für das wah­re Re­sul­tat, die for­ma­le Um­set­zung hin­ge­gen für ver­han­del­bar.