Mei­ne 29 Cent

Zehn­mil­li­ar­den Ver­käu­fe also bis­her, und die Zahl der Apps im Store nä­hert sich der hal­ben Mil­lion. Das sind ge­wal­ti­ge Zah­len, eine un­glaub­li­che Viel­falt und – ein Pro­blem. Für Nut­zer und Soft­ware­ent­wick­ler.

Der Auf­bau der Ver­kaufs­räu­me wird die­ser rie­si­gen Aus­wahl nicht ge­recht, denn mit ein paar Ka­te­go­ri­en, ei­ner Hand­voll Ein­stiegs­sei­ten und Rang­lis­ten, die im Store auf die ers­ten 200 be­schränkt sind, bleibt nur die ex­pli­zi­te Su­che nach ei­ner App, um auch jene zu er­rei­chen, die im Ver­bor­ge­nen schlum­mern. Bei­na­he, als wür­de man an ei­nem Ki­osk ein­kau­fen, der über das Sor­ti­ment ei­ner Wa­ren­haus­ket­te ver­fügt – zwei Qua­drat­me­ter Fens­ter­flä­che wer­den nicht rei­chen. Das wird sich zwangs­läu­fig än­dern müs­sen und ich hof­fe, dass sich App­le die­ses Um­stands be­wusst ist.

Auch die Preis­struk­tur, sehr wohl durch­dacht und kon­zep­tio­nell sau­ber, wird die­sen Di­men­sio­nen nicht mehr ge­recht: Der Sprung zwi­schen gra­tis und 79 Cent ist schlicht zu groß. Denn selbst, wenn man als Ent­wick­ler – und in der Re­gel mit gu­tem Recht – der Mei­nung ist, dass die Ar­beit mit ei­nem sol­chen Be­trag durch­aus an­ge­mes­sen ent­lohnt wäre, Soft­ware zum Preis von drei Bröt­chen, dann kon­kur­riert man in den Au­gen der Käu­fer eben den­no­ch mit Apps, die von gro­ßen Teams, mit viel Geld und Man­n­jah­ren an Auf­wand ge­macht wur­den: und die eben­falls zum Preis von 79 Cent ab­ge­ge­ben wer­den. Das rech­net sich für jene Fir­men den­no­ch, al­lein durch die schie­re Grö­ße des Mark­tes sind hohe Um­sät­ze und der »Re­turn on In­vest­ment« ga­ran­tiert. Aber es ist ein un­glei­ches Ren­nen.

Ich den­ke, dass un­ter­halb des Prei­ses von 79 Cent neue Tiers ge­öff­net wer­den müs­sen: 49 oder 29, min­des­tens ein, bes­ser zwei neue Prei­se soll­ten mög­li­ch sein. Ob das für App­le im Hin­bli­ck auf die Ab­rech­nungs­kos­ten mit z.B. Kre­dit­kar­ten­fir­men noch mach­bar ist, kann ich nicht sa­gen. So aber ist es, als wäre im stoff­li­chen Le­ben das klein­s­te Zah­lungs­mit­tel der Zehn-Euro-Schein. Da­mit ein Bröt­chen zu kau­fen, das über­legt man sich gut.