Blät­ter­wald­ster­ben

Das Zei­tungs­ster­ben in Zah­len kann man bei Kon­rad Lisch­ka be­trach­ten, ge­gen alle Ver­mu­tun­gen trifft es be­son­ders die re­gio­na­len Blät­ter: »Ent­we­der in­ter­es­siert Lo­ka­les im­mer we­ni­ger oder es in­ter­es­siert, aber die An­ge­bo­te der Ta­ges­zei­tun­gen wer­den für die Ziel­grup­pen im­mer un­at­trak­ti­ver«, schreibt er über die mas­si­ven Ver­lus­te.

Das ist eine Ent­wick­lung wi­der die Lo­gik, könn­te man den­ken, denn ge­ra­de in räum­li­ch eng be­grenz­ten The­men­be­rei­chen soll­ten we­der lan­des­wei­te Kon­kur­ren­ten noch das Fern­se­hen zu schaf­fen ma­chen. So sagt man, so dach­te man, es scheint an­ders zu kom­men. Und ganz un­schlüs­sig ist das nicht, denn jene, die es seit Jahr­zehn­ten ge­wohnt sind, Nach­rich­ten auf Pa­pier zu kon­su­mie­ren wer­den na­tur­be­dingt we­ni­ger, die Nach­wach­sen­den sind schon aus den Kin­der­schu­hen her­aus di­gi­ta­li­siert. Tau­ben­züch­ter­ver­ein ver­sus Par­ty­bil­der so­zu­sa­gen.

Das muss nicht zwangs­läu­fig das Ende des gu­ten Schrei­bens vor Ort sein, viel­leicht aber der Tin­te. Wäre ich Jour­na­list und in wach­sen­der Not, hät­te die ein oder an­de­re Zu­sam­men­le­gung von Re­dak­tio­nen schon hin­ter mir, dann wür­de mir mul­mig. Es gibt Lö­sun­gen, si­cher nicht für alle und ga­ran­tiert, aber weg­ra­tio­na­li­sie­ren kann man die­ses Pro­blem nicht. Da ist mehr Phan­ta­sie ge­fragt.

Nach­trag 4.8.: Der SPIEGEL ver­sucht eine Spu­ren­su­che.
Nach­trag 10.8.: Si­byl­le Berg weiß auch nicht mehr. Aber auf eine schö­ne Wei­se.